Ein selbstgestricktes Handpuppenspiel
Alles beginnt mit einem ganz normalen Frühstück. Das Radio dudelt, einer verschwindet hinter der Zeitung, Tischdecken und Eier kochen folgen eingespielten Ritualen. Mann und Frau kennen sich lange - gesprochen wird kaum noch.
Dennoch ist diese Alltagsabbildung rasend komisch. Nicht nur, weil wir uns darin wieder erkennen, sondern vor allem durch die Ästhetik: Alle Kostüme und Requisiten sind gehäkelt: Vom Morgenmantel über die Blumenvase bis zum Toastbrot. Sogar der Kaffee, der aus der Kanne fließt, ist gehandarbeitet.
Doch dann öffnet sich der Einbauschrank und verwandelt sich in eine Puppenbühne. Und plötzlich wird aus dem kleinen häuslichen Ritual eine große Weltordnung. Denn auf dem Hühnerhof herrscht ER - der Hahn ! Er ist Held, Retter und unangefochtener Mittelpunkt des Universums.
Er weiß, wo es langgeht – und vor allem weiß er: Er hat immer Recht. Seine Hennen liegen ihm zu Füßen, bewundern und verehren ihn und sorgen für sein opulentes Frühstück. Widerspruch ist nicht vorgesehen. Doch dann passiert das Unfassbare:
Der Hahn bekommt einen Schnupfen und er kann nicht singen - die Sonne geht trotzdem auf. Plötzlich bekommt das große Weltbild einen Riss …
„Und der Hahn hat immer Recht“ ist ein turbulentes, absurdes Handpuppenspiel über Macht, Verehrung, blinden Gehorsam und die erstaunliche Fähigkeit eines Einzelnen, sich selbst zum Mittelpunkt der Welt zu erklären. Mit viel Charme, Augenzwinkern und hintersinnigem Humor wird die altfranzösische Tierfabel „Le Chantecler“ von Edmond Rostand neu erzählt.
Eine Geschichte über Autorität und Unterwerfung, über Rollenverhalten und Größenwahn - und über den Mut, eine vermeintlich unumstößliche Ordnung infrage zu stellen.
MITWIRKENDE:
- Regie: Peter Waschinsky (Handpuppenspiel)
- Draufblick: Gabriele Hänel
- Spiel & Handpuppenspiel: Marlis Hirche, Oliver Dassing
- Strickpuppen: Christian Werdin
- Szenografie: Klemens Kühn
- Kostüme: Marlis Hirche, Klemens Kühn
- Anfertigung: lalaine Berlin,
- Gehäkelte Requisiten: Monika Mitlewski †
- Holzbauten: Gebrüder Dassing
- Technik, Licht, Hilfsarbeit: Kraut Hills
- Dauer: ca. 50 Minuten
"Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht“
orakelte schon launisch Theodor Fontane.
GASTSPIELE / AUFTRITTE / FESTIVALS u.a. :
- Festival SCHAUBUDE Berlin
- Theater Fadenschein, Braunschweig
- Witzfigurenfestival, Flottmannhallen, Herne
- FIGURA - Figurentheaterfestival, Baden (CH)
- Zürcher Theaterspektakel, Zürich (CH)
- IMAGINALE Stuttgart / Mannheim
- 34.Puppentheaterwoche in Gernsbach
- Intern. Theaterfestival für Junges Publikum in Österreich „Luaga & Losna“


